Frohe Weihnachten: Besinnliches Fest statt besinnungsloser Hetze

Ich wünsche frohe Weihnachten und Frieden auf Erden. Das ist keine Phrase, sondern ein intensiv durchdachter Herzenswunsch.
Das Coronavirus hat unser aller Leben verändert. Die Pandemie konfrontiert uns alle mit der Endlichkeit unseres Lebens und der Zerbrechlichkeit unserer Lebensentwürfe. Nach Jahren besinnungsloser Hektik bringt es die meisten Menschen fast mit Gewalt zur Besinnung.
Manche wollen das alles nicht wahrhaben. Sie bestreiten die Gefährlichkeit des Coronavirus „SARS-CoV-2“ oder gar seine Existenz. Sie zweifeln die Notwendigkeit der drastischen Maßnahmen an, die weltweit zur Eindämmung der Pandemie verordnet wurden.
Zweifellos kann man jede einzelne Maßnhame daraufhin diskutieren, ob sie notwendig und zielführend ist oder eine übermäßige Einschränkung der Grundrechte mit sich bringt. Sicherlich gibt es garantiert Kräfte, die die derzeitige Situation zu ihrem persönlichen oder politischen Vorteil nutzen. Leider stärkt gerade der Ausbau des Überwachungsstaats mit immer mehr Befugnissen für Geheimdienste und Polizei angesichts der dort festgestellten neofaschistischen Umtriebe weder das Vertrauen in den Staat, noch die Demokratie selbst.
Die Infragestellung der Gefährlichkeit des Coronavirus indes ist eine psychologische Überforderungsreaktion, die Unangenehmes einfach nicht wahrhaben will, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen. In vielen Fällen dürften Corona-Leugner oder die Propagandisten einer angeblichen „jüdischen weltverschwörung“ mit Hilfe der Nachrichten über die Pandemie auch handfeste politische oder wirtschaftliche Interessen verfolgen, die auf einen Sturz der Demokratie zugunsten unbeschränkter machtbefugnisse ihrer faschistischen Verschwörerclique hinauslaufen.
Für Crona-Kranke und als „genesen“ geltende Menschen mit gravierenden Langzeitschäden sowie Angehörige von Corona-Opfern ist das Verhalten von sogenannen „Querdenkern“ nur schwer erträglich. Für sie grenzt es an schmerzhafte Wirkungen, die Holocaust-Leugnern bei Angehörigen von Opfern der Shoa auslösen. Zudem gefährden die Verschwörungsmythen auch die Demokratie.
Notwendig ist deshalb eine Zurückweisung solcher Positionen in allen Debatten, wo sie auftauchen. Verschwörungsmythen dürfen nicht unwidersprochen bleiben.
Wichtig ist aber auch eine eingehende Selbstbefragung über die eigenen Lebensentwürfe: Was war mir wichtig? Was ist mir wirklich wichtig? Wie will ich in Zukunft leben?
Keine andere Zeit im Jahr ist für diese Auseinandersetzung mi eigenen Grundsätzen besser geeignet als Weihnachten. Wenn wirlich alle daheimbleiben und im engsten Kreis ihrer Lieben über ihr Leben nachdenken, dann kann das zu einer Katarrsis führen, die geeignete Anknüpfungspunkte für ein umweltfreundlicheres und friedlicheres Leben eröffnet.
In diesem Sinne wünsche ich allen Menschen überall auf der Erde ein frohes Fest in Frieden und geistiger Freiheit sowie besinnliche Feiertage. Die Weihnacht als Feier der Wintersonnenwende läutet den Beginn der kommenden Zeit längerer Tage und von mehr Licht ein. Möge Johann Wolfgang von Goethe seine letzten Worte nicht in den Wind gesprochen haben: „Mehr Licht!“

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