Frohes Fest: Weihnachten ist für mich eine Zeitreise in die Kindheit

Allen meinen Mitmenschen wünsche ich frohe Weihnachten. Möge der Hass und die Missgunst einem freundlichen und friedlichen Verhalten Platz machen!
Weihnachten bzeichnet die Christenheit als „das Fest der Liebe“. Gemeint ist damit, dass die Menschen aufeinander zugehen sollten, statt sich voneinander abzuwenden oder gegeneinander zu kämpfen. So jedenfallf interpretieren die meisten von ihnen das Fest zur Feier der Geburt ihres Heilsbringers.
Auch wenn das Christentum selbst in seiner 2000-jährigen Geschichte viel Hass und Elend verbreitet hat, sollte diese Botschaft dennoch zum Nachdenken anregen. Jahr für Jahr bewegt sie Tausende zu besinnlicher Einkehr und fröhlichem Gesang.
Weihnachten ist für mich alle Jahre wieder eine Zeitreise in meine Kindheit und Jugend. Ich erinnere mich der vielen Weihnachtsfeiern und des Tannenbaums, dessen Lichter einen Glanz auch in meine Kinderaugen zauberten. Weihnachten waren für mich damals tolle Geschenke und leckere Süßigkeiten sowie gutes Essen.
Weihnachten waren Lieder, die mich heute noch anrühren, obwohl ihr Text häufig ziemlich merkwürdig daherkommt. Weihnachten waren Kirchgänge, die ausnahmsweise einmal im Jahr etwas Feierliches und Schönes hatten. Weihnachten war das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, das mit der Aufforderung bombastisch beginnt: „Jauchzet, frohlocket!“
Weihnachten war mein Vater, der „Oh Du Fröhliche sang“ und dabei Tränen in den Augen hatte. Weihnachten war meine Mutter, die sich tagelang stundenlang in der Küche zu schaffen machte, um ihren acht Kindern ein Festessen zu servieren. Weihnachten waren meine Schwester und meine Brüder, die sich –
ebenso wie ich – über Geschenke freuten und mich genauso beschenkten wie ich sie.
Später war Weihnachten das Fest mit meiner Ehefrau Erdmuthe und ihrer Tante und Mutter in Darmstadt. Am Zweiten weihnachtstag besuchte ich dann meine Mutter in Bonn, wo sich die gesamte Familie traf.
Erst starb meine Mutter, dann Erdmuthe und dann ihre Mutter. Zurück blieben jeweils Erinnerungen an schöne Feiertage mit ihnen, die mir das Fest noch wertvoller erscheinen lassen jetzt.
Heute feiere ich Weihnachten mit anderen lieben Menschen. Doch die Weihnachtslieder, der Braten, die Dominosteine und Marzipanbrote müssen sein. Sie erwecken jenes Gefühl in mir, das Liebe immer tief einbrennt ins Herz.
Weihnachten ist für mich die Rückkehr zu meiner Kindheit, meinem früheren Leben und meinen Lieben. Weihnachten ist ein Ritual, das mir das Gefühl gibt, immer noch lebendig zu sein und mir trotz aller Veränderung irgendwie dennoch treu geblieben zu sein.