Loyales Lessenich: Mein Schulfreund Christoph und mein Jugendfreund Christian

Die Stadt Bonn hatte eine neue Feuerwache und einen neuen Betriebshof der Stadtreinigung in Betrieb genommen. Mit meinem Jugendfreund Christian ging ich zum „Tag der Offenen Tür“ anlässlich der Einweihung.
Interessiert gingen wir auf dem Hof umher und blickten in die Hallen hinein. Auf einmal kam ein junger Mann auf uns zu und begrüßte mich freundlich: „Hallo, Franz-Josef!“
Der junge Mann war mein einstiger Schulkamerad Christoph. Mit ihm war ich Ostern 1961 in die Laurentiusschule Lessenich eingeschult worden. Als ich 1965 zum Gymnasium nach Duisdorf wechselte, ging er auf die Realschule.
Nach dem Schulabschluss dort hatte er eine Ausbildung bei der Stadt Bonn begonnen und sich weitergebildet. Inzwischen war Christoph Amtmann und damit der Vorgesetzte aller Bediensteten von Feuerwehr und Stadtreinigung. Davon profitierten nun auch Christian und ich.
Nach einem ausführlichen Gespräch mit Christoph führte er uns durch die Hallen. Der Feuerwehrchef und der Leiter der Stadtreinigung zeigten uns alles, was uns interessierte. Für Christian ließen sie einige Feuerwehrwagen zum Fotografieren zurechtrangieren, wovon auch einige andere Gäste profitierten.
Als Schulkamerad von Christoph war ich hier wer, zumal er auf mich als einen seiner besten Mitschüler mit großem Respekt aufblickte. Christoph wiederum hatte auch vom Einfluss seines Vaters profitiert, der eine wichtige Rolle in der Kommunalpolitik spielte und nach der Eingemeindung Ortsvorsteher von Lessenich wurde. Eine Hand wäscht die andere, ohne dass dabei irgendein unangenehmer Geruch entstünde.
In der Schule war Christoph freundlich und hilfsbereit. Mit großem Eifer nahm er seine Rolle als Messdiener war, zu der er fast jeden Sonntag in der katholischen Pfarrkirche Sankt Laurentius antrat. Wenn ich an Messdiener denke, dann ist mir dabei immer Christoph in seinem bunten Messdienergewand vor Augen.
Beim Kommunionunterricht erklärte er dem Oberpfarrer stolz, dass er nach dem heiligen Christophorus benant sei. Dieser Heilige habe das Jesuskind durch das Wasser getragen; und ebenso wolle auch er Jesus umhertragen und beschützen.
Nachdem ich auf den Venusberg umgezogen war, verlor ich Christoph aus den Augen. In der Zeitung las ich aber immer wieder Berichte über seinen Vater. Als Ortsvorsteher von Lessenich war Christophs Vater eine wichtige Person in der Kommunalpolitik.
Als ich meinen besten Schulfreund Willi nach dem Abitur wieder einmal bei seiner Schwester in ihrer Wohnung im einstigen Schulhaus traf, erzählten sie mir, Christoph habe sich ein Porsche Cabriolet gekauft. Damit führe er bei Wind und Weter mit einer Sonnenbrille auf der Nase durch Lessenich und lasse lässig den linken Arm raushängen. „Die dicke Wurst“, lästerte Willi grinsend.
Christoph wohnte ja noch bei seinen Eltern. So konnte er viel von seinem Gehalt bei der Stadt ansparen für seinen Prahler-Porsche.
„Er möchte ein Mädchen abkriegen“, schlussfolgerte Willi. Tatsächlich hat das auch bald geklappt. Seine neue Freundin sei – wie Willi sich ausdrückte – „ebenso blond wie hohl“.
Manchmal kam bei mir der Verdacht auf, Willis Beschreibung könnte vielleicht auch von Neid geprägt sein. Schließlich waren er und ich seinerzeit ja noch unbeweibt und nicht gerade glücklich darüber.
Der gutmütige und liebenswerte Christoph hat jedenfalls heute meine volle Sympathie. Mir und meinen Geschwistern gegenüber hat er sich immer kameradschaftlich und korrekt verhalten. Das gilt nicht nur für den Besuch beim „Tag der Offenen Tür“ von Feuerwehr und Stadtreinigung.

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