Regionalisierung ist nötig: Wir müssen die Wirtschaft umwandeln

„Global denken, vor Ort handeln!“ Dieser Leitspruch von Henry David Thoreaugh muss das Motto der künftigen Wirtschaftsweise weltweit werden.
Der Krieg in der ukraine ist eine weitere Warnung, dass das bisherige Modell einer arbeitsteiligen Weltwirtschaft nicht zukunftsfähig ist. Auch die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass internationale Lieferketten gefährdet sind und abhänig machen. Schließlich verlangt auch der Schutz des Klimas und der Menschenrechte ein Umdenken.
Bereits vor 40 Jahren gab es Forderungen der Grünen Hessen nach einer regional ausgerichteten Kreislaufwirtschaft. Doch die „marktwirtschaftliche“ Globalisierung seither hat immer mehr Produktionsabläufe ausgelagert in sogenannte „Niedrig-Lohn-Länder“ in Fernost oder Osteuropa. Giftmüll und Dreck wurden nach Afrika abgeschoben, wo gleichzeitig auch Rohstoffe unter menschenverachtenden Bedingungen abgebaut und nach Europa und Amerika geliefert wurden.
Die moderne Sklavenarbeit wurde versteckt in Ländern, die bewusst arm gehalten wurden, um die Armut als Erpressungspotenzial für Niedriglöhne auszunutzen. Zugleich wurde damit oft auch die Ausplünderung der Natur dorthin verlagert, wo sich die Menschen keinen wirksamen Umweltschutz leisten konnten, da sie täglich um die elementarsten Grundlagen für ihre Ernährung kämpfen mussten. Der sogenannte „Mehrwert“ der Arbeit dort wiederum wurde verlagert in die Länder Europas und Nordamerikas, wo er in Form niedriger Preise auf die Ladentheken gelegt und an die Kleiderständer gehängt wurde.
Weltumspannende Lieferwege verursachten jedoch auch gigantische Kosten. Sie wurden finanziert durch die Einsparung an Lohn für die Sklavenarbeit und durch die Leugnung der Kosten für Umwelt- und Klimaschutz. Öl und Gas wurden massenweise verbrannt, um die Waren über die Weltmeere und durch die Lüfte dorthin zu transportieren, wo gelangweilte Konsumentinnen und Konsumenten sie als „Schnäppchen“ beim „Shoppen“ erjagden und bald bereits wieder wenig genutzt wegwarfen.
Psychologisch ausgebuffte Werbung suggerierte den reicheren Menschen, sie bräuchten gerade dasjenige, was da im Internet oder Fernsehen angepriesen und mit bunten Bildern angepriesen wurde. Je mehr die Menschen in Europa und Nordamerika konsumierten, desto stärker stieg der Druck auf die Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie auf Umwelt und Klima.
Angeblich „praktische Produkte“ aus Plastik priesen die Werbetreibenden an, das nun in kleinste Partikel zerfällt und die Weltmeere zur Müllkippe macht. Mehrestiere ersticken daran; und selbst auf Gletschern in den Alpen wurde das Mikroplastik bereits nachgewiesen, wohin es durch Regen gelangt sein muss.
Sogenannte „Pflanzenschutzmittel“ und Kunstdünger vergifteten die Ächer und Wiesen. Blühstreifen udn Büsche wurden niedergemacht, damit riesige Traktoren gigantische Felder ferngesteuert beackern können. Regenwürmer und Insekten starben und mit ihnen Vögel und Kleintiere.
Bald werden die Bauern ihr Obst und getreide oder Gemüse von Hand bestäuben müssen, weil Bienen und Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten nicht mehr in ausreichender Zahl umherfliegen. Bald werden die Menschen im Sommer schwitzen und im Winter frieren oder irgendwann zwischendurch vor Überflutungen durch Dauerregen fliehen müssen, weil sie weitergelebt haben, als sei nichts gewesen.Immer schneller schreitet das Artensterben voran und zerstört die Grundlage des Lebens aller Säugetiere.
Der Mensch ist auch nur ein Säugetier, wenngleich sich viele für „die Krone der Schöpfung“ hielten. Diese „Krone der Schöpfung“ zerstört die Schöpfung jedoch mit Kriegen und Konsum, neoliberaler Idiotie und Ideologie sowie egoistischem Rassismus, der sich auch an der Ladentheke beim Kauf der Billigprodukte aus Afrika, asien oder Lateinamerika niederschlägt. Ein Umdenken und schnelles Umsteuern ist dringend.
Noch hat die Menschheit eine Chance, die Welt zu bewahren. Dazu braucht sie einen internationalen strafgerichtshof, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit genauso ahndet wie Verbrechen gegen die Natur. Dazu braucht sie ein politisches Bewusstsein, das nicht an der Ladentheke endet.
Ein Verbot von Werbung wäre wohl ebenso sinnvoll wie ein konsequentes Lieferkettengesetz. Vor allem aber wren regionale Wirtschaftsstrukturen nötig, die einhergehen müssen mit der Genügsamkeit derjenigen, die Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs wirklich nur bei Bedarf einkaufen und nicht aus Lust und Laune. Das ist beileibe kein Verzicht, sondern nur vorausschauende Klugheit.

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