Hilfe. Der Krieg in der Ukraine ist nicht alleine

Eine Welle der Hilfsbereitschaft rollt über Deutschland hinweg. Geflüchtete aus der Ukraine werden mit offenen Armen empfangen.
Eigens für die Geflüchteten aus der Ukraine richtet die Stadt Marburg vor dem Stadtbüro eine zentrale Anlaufstelle ein. Dafür stellt sie dort Container auf, in denen die Betroffenen alle Behördengänge möglichst bequem erledigen können. Das ist gut und richtig so.
Doch auch Russinnen und Russen, die vor der totalitären Diktatur des Präsidenten Vladimier Putin flüchten, bedürfen der Solidarität und Aufnahme in Deutschland. Statt einer – leider gelegentlich zu beobachtenden – Russophobie sollten alle zwischen der russischen Regierung einerseits sowie den Bürgerinnen und Bürgern andererseits unterscheiden. Schließlich sind die allermeisten Russinnen und Russen auch Opfer der verbrecherischen Machtgier des skrupellosen diktators im Kreml
Bedauerlich ist zudem, dass geflüchtete aus Afrika nicht mit der gleichen Herzlichkeit aufgenommen werden wie ihre Leidensgenossinnen aus der Ukraine. Während die Ukrainerinnen und Ukrainer allein auf ihren Pass hin ein Bleiberecht und Freifahrt in Öffentlichen Verkehrsmitteln in Deutschland erhalten, müssen Geflüchtete aus anderen Ländern nun noch länger auf ihre Bescheide warten. Da die Behörden alle Hände voll zu tun haben mit dem erschütternden Ansturm aus der Ukraine, vernachlässigen sie in manchen Landkreisen Hessens offenbar alle anderen Geflüchteten.
Im Ergebnis ist das ein unannehmbarer Rassismus. Solidarität mit Kriegsflüchtlingen muss gleichermaßen allen gelten, die ihr Leben vor bewaffneten Konflikten irgendwo auf der Welt in Sicherheit bringen wollten und deswegen nach Deutschland gekommen sind. Der Krieg im Jemen oder der äthiopischen Provinz Tigray ist ebenso verbrecherisch und brutal wie der Krieg in der Ukraine.

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