Saarland wird Soziland: SPD 43,5%, CDU 28,5%, AfD 5,7%, Grüne 4,9%, FDP 4,8%, Linke 2, 6% und Sonstige 9,9%

Mit 43,5% errang die SPD die Absolute Mehrheit. Die CDU ist auf 28,5% abgestürzt. Mit 5,7% geland nur noch er der AfD der Einzug in den Landtag.
Denkbar knapp habben Die Grünen bei der Landtagswahl am Sonntag (27. März) mit 4,995% der abgegebenen Stimmen den Wiedereinzug in den Saarländischen Landtag verpasst. Nach dem Vorläufigen Amtlichen Endergebnis fehlten ihnen nur 23 Stimmen für eine Rückkehr ins Saarbrücker Landesparlament. Das endgültige Wahlergebnis könnte ihnen vielleicht doch noch zum Einzug in den Landtag verhelfen.
Mit 4,8% scheiterte auch die FDP an der 5-Prozent-Hürde. Seit 2017 ist sie nicht mehr im Landesparlament des Saarlands vertreten.
Ein – für ihre Verhältnisse miserables – Ergebnis von nur 2,6% hat Die Linke bei der Landtagswahl an der Saar eingefahren. Ein Grund für den Verlust von 10,3% gegenüber der letzten Landtagswahl im Jahr 2017 mag auch das Verhalten ihrer „Gallionsfigur“ Oskar Lafontaine sein. Nur zehn Tage vor der Wahl hatte der einstige saarländische Ministerpräsident und Bundesfinanzminister sowie Mitbegründer der Linkspartei seine einstige Partei öffentlich demontiert und ihr damit einen weiteren Dolchstoß verpasst.
9,9% der Stimmen entfilen auf „Sonstige“. Ein derart hoher Anteil nicht wirksamer Stimmen ist durhaus problematisch für die Verankerung der Repräsentativen Demokratie in der Bevölkerung. Die Fünf-Prozent-Hürde erweist sich angesichts so vieler enttäuschter Wahlvoten als eine Behinderung des Wählerwillens und der angemessenen Repräsentation der Bevölkerung im Parlament.
Große Gewinnerin der Landtagswahl 2022 ist die derzeitige Landeswirtschaftsministerin Anke Rehlinger und ihre SPD. Mit voraussichtlich 29 von 52 Stimmen verfügt sie über eine Absolute Mehrheit von drei Stimmen. Als erste Frau an der Spitze des Saarlands hat Rehlinger die Chance, die Erneuerung der Landespolitik im einstigen Stahl- und Bergbaugebiet mit einer Erneuerung ihrer Partei zu verknüpfen.
Großer Verlierer ist der noch amtierende Ministerpräsident Tobias Hans. Im Wahlkampf hat er seinen Amtsbonuns ungeschickterweise vergeigt, indem er sich als „Volkstribun an der Tankstelle“ präsentierte und „Erleichterung für die Bevölkerung bei den Benzinpreisen“ einforderte. Sicherlich hätte ihm ein präsidialerer Wahlkampf einige Stimmen mehr eingebracht.
Dennoch hätte er auch dann die Wahl wohl eher nicht gewonnen. Zu groß ist der abstand der CDU zur SPD. Das deutet eindeutig auf einen Stimmungsumschwung der Wahlberechtigten weg von der Union und hin zur Sozialdemokratie hin.
Insofern ist das auch eine Klatsche für den CDU-
und Unions-FraktionsvorsitzendenFriedrich Merz
. Der März 2022 war für ihn kein glücklicher Monat. Während der Krieg in der Ukraine ein enges Zusammenstehen aller demokratischen Parteien wie auch der europäischen Bevölkerung verlangt, versuchte er sich ziemlich kläglich an parteipolitischem Kleinkrieg bei Kleckerleskrams.
Am Ende des Wahltags zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass die Wahlberechtigten für eine sozial gerechte und tatkräftige Politik gestimmt haben und gegen kleinkarierte Grabenkämpfe. Die waren in der saarländischen FDP in den vorangegangenen Jahren ebenso an der Tagesordnung wie bei den dortigen Grünen und Linken. „Einigkeit und Recht und Freiheit“ mag – in Anlehnung an den Text der deutschen Nationalhymne – die Orientierung sein, die die Wählerinnen und Wähler jetztim Angesichts der drohenden Krisen und Katastrophen von der Politik verlangen.