Blind ist man nicht, behindert wird man: Der Rest ist Schweigen

Andere schreiben über Inklusion; ich praktiziere sie. Darum schreibe ich nur selten über Behindertenthemen. Ausnahmsweise mache ich meine Behinderung heute aber doch einmal zum Thema. Weiterlesen

Advertisements

Protesttag 5. Mai: Behinderte Teilhaber verlangen Teilhabe

„behindert ist man nicht, behindert wird man“, lautet eine altbekannte Erkenntnis aus der Behindertenbewegung. Der allgegenwärtigen Ausgrenzung Behinderter sollte ein „Teilhabegesetz“ entgegenwirken. Doch der nun vorgelegte Entwurf für ein Bundesteilhabegesetz (BTHG) verspielt diese Chance nicht nur, sondern gibt ihnen sogar das deprimierende Gefühl „Wir müssen draußen bleiben“. Weiterlesen

Inklusion als Bumerang: Leistung lohnt sich nur normalerweise

„Inklusion“ ist das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Mitunter aber wird die Forderung nach Inklusion zum Bumerang, wenn sie als Vorwand für Einsparungen genutzt wird. Wirkliche Inklusion bedarf auch der notwendigen Unterstützung Behinderter sowie der freien Wahl, ob jemand sich dem Leben, Lernen und Arbeiten innerhalb „normaler“ Strukturen gewachsen fühlt oder geschützter Bereiche bedarf. Weiterlesen

Die kannibalischen Märkte der Menschenverachtung: Wo sich Leistung lohnt

Wettbewerb sei etwas Gutes, hören wir allenthalben. Der Markt werde es schon richten, beteuern die Befürworter des freien Wettbewerbs. Leistung müsse sich lohnen, fordern sie.
Wer nichts leistet, kann sich auch nichts leisten. Diese Gesellschaft leistet sich die Ungeheuerlichkeit, den Wert eines Menschen aus seiner Leistung abzuleiten. Der ruppige Neoliberalismus macht selbst vor Staaten nicht halt und führt einen unerklärten Krieg des Geldes gegen die Menschlichkeit. Weiterlesen

Wie interviewt man Taubblinde: Nur keine Berührungsängste!

foto:gerhardDie taubblinden Gerhard (links) und Ludwig unterhalten sich im Taubblindenzentrum in Hannover über die Taubblindensprache „Lormen“ miteinander. (Foto: Rainer Wohlfahrt)
Wie interviewt man Taubblinde? Diese Anfrage erhielt ich neulich über das Kontaktformular meiner Website. Der Fragesteller meinte, ich hätte ja bereits den taubblinden Herrn x. interviewt.
Schon die Begründung dieser Anfrage enthielt einen peinlichen Fehler: Zwar habe ich inzwischen schon mehr als ein halbes Dutzend taubblinde Menschen interviewt; der genannte X. war jedoch nicht darunter. Manchmal tun Nichtbehinderte aber so, als gäbe es nur einen Taubblinden, einen blinden Journalisten oder nur einen Journalisten mit Glasknochen. Weiterlesen

Kopflos: Guillotine und Inklusion am gleichen Tag

Erfreuliches und Erschreckendes finden sich oft sehr nah beeinander. Ein Beispiel dafür ist der 26. März 2014.

An diesem Tag feiert die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Deutschland ihren fünften Geburtstag. Gleichzeitig ist Mittwoch (26. März) auch der 200. Todestag des französischen Arztes Joseph-Ignace Guillotin.

Weiterlesen

Behindert wird man mehrfach: Tag des weißen Stockes und 15 Jahre AKBI

Der 15. Oktober ist der Internationale „Tag des weißen Stockes“. Außerdem ist er der Geburtstag des Arbeitskreises Barrierefreies Internet (AKBI).

Exakt auf einen bestimmten Tag festlegen lässt sich die Gründung des AKBI nicht; doch der 15. Oktober bot sich angesichts seiner Bedeutung für Behinderte als Termin an. Tatsächlich ist die Idee zur Gründung des AKBI im Herbst 1998 aber ganz allmählich entstanden.

Urheber waren seinerzeit Jens Bertrams und ich. Von Anfang mit dabei war außerdem Dr. Eckart Fuchs.

Weiterlesen

Menschen mit Benennungen: Wie Politisch Korrekte Sprache diskriminiert

In Hannover sollen Restaurants künftig keine „Zigeunerschnitzel“ mehr anbieten. Wer Krüppel nicht als „Menschen mit Behinderungen“ bezeichnet, dem droht schon lange der Knüppel selbst ernannter Sprachpolizisten.

Den Druck zur Durchsetzung sogenannter „politisch korrekter Sprache“ empfinde ich als persönliche Diskriminierung. Angesichts der dadurch verbreiteten Furcht vor falschen Formulierungen führen viele Mitmenschen mittlerweile keine unvorbelasteten Gespräche mehr mit mir. Vielmehr sprechen sie mich übervorsichtig und scheu an oder meiden gar den Kontakt.

Weiterlesen

Angesagt: Ausstieg in Fahrtrichtung links

„Nächste Station: Frankfurt Hauptbahnhof! Der Zug endet dort. Bitte alle Aussteigen!“

Die Stimme dieser Ansage ist mir wohlbekannt. Allerdings kenne ich sie nicht nur wegen meiner häufigen Fahrten mit den Zügen des Rhein-Main-Verkehrsverbunds, sondern auch durch eine frühere Zusammenarbeit mit dem Sprecher. Wulf Hahn war zeitweilig mein Stellvertreter im Vorsitz des Verkehrsclubs Marburg-Biedenkopf (VCD).

Weiterlesen

Vielfalt im Innenraum ist Einfalt: Standard beim Stadtbus könnte Blinden helfen

1967 wurden die Stadtlinienbusse in Deutschland standardisiert. 25 Jahre später wurde diese Vereinheitlichung allmählich wieder aufgegeben. Besonders für Blinde ist die Vielfalt verschiedener Busse und vor allem ihrer Inneneinrichtung jedoch eine zusätzliche Erschwernis beim Busfahren.

Weiterlesen