egegnung der dritten Art: Die Blindheit gegenüber Blinden

„Behindert ist man nicht, behindert wird man.“ Dieser Spruch hat etwas Wahres. Zugleich stellt er jedoch auch eine Aufforderung dar, niemanden unnötig zu behindern und sich selbst nicht unnötig behindern zu lassen.
Leider erlebe ich jedoch immer wieder, dass viele in mir nicht in erster Linie den Menschen mit all seinen Ecken und Kanten sehen, sondern den Blinden. Das gibt sich allerdings, wenn mich die Menschen näher kennen.
Drei kleine Geschichten mögen verdeutlichen, wie Menschen mich sehen, wie ich Menschen sehe und was ich mir im Umgang miteinander wünsche. Ausdrücklich schließe ich Behinderte in meine guten Wünsche mit ein, denn auch sie dürfen noch das Eine oder Andere lernen. Weiterlesen

Interview mit einem Taubblinden: Jeden Buchstaben einzeln in die Hand lormen

Jede kurze Frage dauert Minuten. Susen Köhler muss meinem Gesprächspartner jedes Wort in die Hand buchstabieren. Wenn er einen Buchstaben verstanden hat, wiederholt er ihn mit fragender Stimme.

Trotz der erschwerten Bedingungen war mein Interview mit Karl-Erich Kreuter eine außergewöhnlich schöne Erfahrung. Vielleicht ist die Kommunikation mit taubbblinden Menschen auch deswegen so befriedigend, weil man sich viel mehr Zeit dafür nehmen muss und jede verstandene Frage ein richtiges Erfolgserlebnis ist.

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Wer behindert ist, muss leiden: Das tödliche Mitleid der Aktion T4

Das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ (GezVeN) vom 14. Juli 1933 jährt sich heute zum 80. Mal. Dieser menschenverachtende Freibrief zur Diskriminierung und sogar Ermordung mehrerer hunderttausend Behinderter wurde erst 1974 vom Deutschen Bundestag aufgehoben. Das ist ein tiefdunkler Schatten auf der demokratischen Tradition der Bundesrepublik.

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