Immer noch Faschismus, Rassismus, Ausgrenzung: Gedenken ohne Folgen?

Fassungslos stehe ich immer wieder vor der Frage, wie Menschen anderen Menschen so etwas antun können. Trauer durchströmt mich, wenn ich mir vergegenwärtige, dass das massenhafte Morden und die Herabwürdigung anderer Menschen allein wegen ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung oder Behinderung immer noch alltäglich ist.

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurde am 27. Januar 1945 durch aliierte Truppen befreit. Seit 2005 begeht die Völkergemeinschaft am Jahrestag dieser Befreiung einen Gedenktag gegen Faschismus und Massenmord.

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Otto Weidt bot den Nazis die Stirn: Das vorbildliche Leben des blinden Bürstenfabrikanten im Fernsehen

Er ist einer der „Gerechten unter den Völkern“. diese Auszeichnung der israelischen Holocaust-Gedenkstätte hat Otto Weidt absolut verdient. Unter dem Titel „Ein blinder Held – die Liebe des Otto Weidt“ zeigt das Erste Fernsehprogramm der ARD am Montag (6. Januar) um 21.45 Uhr einen Spielfilm über das Leben des stark sehbehinderten Berliner Bürstenfabrikanten.

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Kristallnaach: 75 Jahre nach der Reichspogromnacht

„Es war furchtbar, das mitansehen zu müssen“, sagte die Leuchtfeuer-Preisträgerin Käte Dinnebier über den 9. November 1938. Damals wohnte die spätere Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Kirchhain gegenüber der Synagoge.

Überall in Deutschland brannten in dieser Nacht jüdische Gotteshäuser. In Marburg wurde mit der Synagoge an der Universitätsstraße eines der schönsten Bauwerke der Stadt vernichtet.

An ihrem Platz befindet sich heute der „Garten des Gedenkens“. Dort findet am Sonntag (10. November) eine Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Reichspogromnacht statt.

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Konzerte gegen Krieg und Faschismus: Zum Tod von Fritz Rau

Im Jazz sah er einen Ausdruck der Befreiung vom Faschismus. Gleich nach Kriegsende hat er deswegen noch als Jugendlicher begonnen, Konzerte mit dieser – von den Nazis zuvor verpönten – Musik zu organisieren. Am Sonntag (18. August) ist Fritz Rau in Kronberg im Alter von 83 Jahren verstorben.

Dreimal bin ich diesen eindrucksvollen Menschen persönlich begegnet. Am nachhaltigsten ist mir sein Zornesausbruch bei einem Konzert 1983 in der Offenbacher Stadthalle in Erinnerung.

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Die Todesfuge und die Küchenuhr: Ganz große Kunst hat uns allen etwas zu sagen

„Die Todesfuge“ von Paul Celan habe ich sicherlich schon mehr als 20 Mal gelesen oder vorgelesen bekommmen. Sie ist eines der eindringlichsten Gedichte über die Greueltaten des Faschismus.

Jedesmal hat mich dieser Text wieder bewegt. Nun aber habe ich „Die Todesfuge“ aus dem Mund ihres Autors gehört. Dabei ist mir ein Schauder den Rücken heruntergelaufen wie kaum je zuvor bei einer Rezitation.

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Zum 150. Geburtstag von Henry Ford: Autos für alle – auch für die Nazis

Weithin gilt er als Erfinder der industriellen Fließbandfertigung von Autos. Weniger bekannt ist in der breiten Bevölkerung die Bewunderung Adolf Hitlers für Henry Ford. Noch bis in die 40er Jahre hinein stattete der US-amerikanische Industrielle die Nazi-Wehrmacht mit kriegswichtigen Lastwagen und Kettenfahrzeugen aus.

Meine Assoziationen mit dem Namen Ford konzentrieren sich indes eher auf Autos der späten 50er, der 60er und 70er Jahre bis hinein in die 80er. Typen wie der „Buckel“-Taunus, der 15m, der 12m, der 17m und der 20m sowie der Fiesta sind in meinem Gedächtnis ebenso haften geblieben wie die Kleinbusse FK1000 und Transit.

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Die Pythia vom Bodensee: Zum unheimlich heimlichen Einfluss der Elisabeth Noelle-Neumann

„Die Pythia vom Bodensee“ nannte der Kabarettist Dieter Hildebrandt Ende der 70er Jahre einmal die Demoskopin Elisabeth Noelle-Neumann. Das 1947 von ihr gegründete „Institut für Demoskopie“ (IfD) in Allensbach bezeichnete er als „Institut für Demagogie in Allenfalls“.

Mit seinem Vortrag „Elisabeth Noelle-Neumann – Demoskopin zwischen NS-Ideologie und Konservatismus“ lieferte der Sozialwissenschaftler Prof. Jörg Becker beim Politischen Salon am Freitag (21. Juni) in der Volkshochschule Marburg erschreckende Fakten zur Verstrickung Noelle-Neumanns in die Propaganda des nationalsozialistischen Terrorregimes. Zudem nannte er auch Quellen, die auf eine Tätigkeit der Kommunikationsforscherin für verschiedene Geheimdienste hinweisen.

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Werner Höfer: Wein, Rauch und Nebelkerzen

Wussten die weisen Männer auf dem Bildschirm wirklich, was die Welt international wohl gut zusammenhält? Jedenfalls tauchten sie in wechselnder Besetzung jeden Sonntag wieder auf der Mattscheibe auf, um den Zuschauern die Welt zu erklären. Immer dabei war allein der Moderator Werner Höfer.

Die Personifizierung des „Internationalen Frühschoppens“ wurde am 21. März 1913 geboren. 1989 stolperte der Journalist über seine – lange verschwiegene und verharmloste – Verstrickung in die nationalsozialistische Hetzpropaganda.

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