Böller für Böll: Mein mickriges Mahnmal für einen menschenfreundlichen Moralisten

„Ich bin ein Clown; ich sammle Augenblicke.“ Einen denkwürdigen Augenblick habe ich 1981 mit dem Autor dieser Zeilen gesammelt. Heute wäre Heinrich Böll 100 Jahre alt geworden. Weiterlesen

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Nach dem Tod von günther Grass: Wir brauchen Warner und Mahner

Wie politisch soll ein Schriftsteller sein? Diese Frage ist nach dem Tod von Günther Grass wieder wichtig geworden. Schließlich verlor die deutsche Literatur mit ihm ihren – trotz aller umstrittenen Äußerungen – wichtigsten Warner und Mahner.
Wie politisch soll oder müssen Journalisten sein? Auch diese Frage stellt sich neu angesichts der Zeitläufte, in denen Massenüberwachung und Freihandelsabkommen die Demokratie heimlich – aber nachhaltig und möglicherweise unwiderruflich – untergraben. Weiterlesen

Verstand nur Bahnhof: Gedanken zu einem Gedicht von Sabine Ferber

Was ist Literatur? Was ist Kunst?

Viele lesen, ohne zu verstehen. Viele glauben, zu verstehen, ohne zwischen den Zeilen zu lesen. Die wahre Kunst aber besteht darin, dass das Wichtige zwischen den Zeilen steht.

Kunstfertig und dabei extrem komprimiert sind die Gedichte von Sabine Ferber. Sie folgen dem Prinzip des „Semantischen Quadrats“. In lockerer Folge werde ich hier einige davon vorstellen.

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Mein lieber Scholl: Meine Empfehlung für Bücher, die man mit dem Herzen liest

Sie lässt den Alltag verblassen und die Phantasie reisen. Sie kann aber auch sehr unangenehme Wahrheiten herbeirufen und deutlich machen. Manchmal rührt mich Literatur zu Tränen, wohingegen sie mir ein anderes Mal beim Lachen Tränen in die Augen treibt.

Wie bereits in den vorangegangenen Jahren zur Vorweihnachtszeit, hatte Dr. Joachim Scholl am Montag (2. Dezember) im Nachttalk des Deutschlandradios die Hörerschaft aufgerufen, ihre Buchempfehlungen für den weihnachtlichen Gabentisch durchzugeben. Meine Tipps für den Wunschzettel waren das Hörbuch „Der kleine Prinz“ und die Kurzgeschichten-Sammlung „Wanderer kommst Du nach Spa“.

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Kinderbücher und Protestaktionen: Zum 80. Geburtstag von Peter Härtling

Schon 1973 setzte er sich in seinem Kinderbuch „Das war der Hirbel“ für die Inklusion von Kindern mit einer Geistigen Behinderung in Schule und Alltagsleben ein. Er hat sich in der Friedens- und Anti-Startbahn-Bewegung der 80er Jahre an vorderster Front engagiert. Am 13. November 1933 wurde Peter Härtling geboren geboren.

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Die Justiz als Hure der Fürsten: Zum 200. Geburtstag von Georg Büchner

„Was ist das, was in uns lügt, hurt, stiehlt und mordet?“ Diese Frage stellte Georg Büchner 1835 in seinem Drama „Dantons Tod“.

Mit scharfzüngiger Kritik an den politischen Verhältnissen hatte er sich ein Jahr zuvor den Zorn der Mächtigen zugezogen. Seine Flugschrift „Der hessische Landbote“ veröffentlichte er 1834 unter der Parole „Friede den Hütten, Krieg den Palästen!“

Nahezu jeder Aktivist von Occupy oder Blockupy könnte diese fast 180 Jahre alte Formel heute akzeptieren. Büchners pointierte Sozialkritik trifft wohl ziemlich genau die Haltung hinter der weltweiten Kritik an einem entfesselten Knüppel-Kapitalismus.

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Die Todesfuge und die Küchenuhr: Ganz große Kunst hat uns allen etwas zu sagen

„Die Todesfuge“ von Paul Celan habe ich sicherlich schon mehr als 20 Mal gelesen oder vorgelesen bekommmen. Sie ist eines der eindringlichsten Gedichte über die Greueltaten des Faschismus.

Jedesmal hat mich dieser Text wieder bewegt. Nun aber habe ich „Die Todesfuge“ aus dem Mund ihres Autors gehört. Dabei ist mir ein Schauder den Rücken heruntergelaufen wie kaum je zuvor bei einer Rezitation.

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