Schweigen ist Gold für Angela Merkel: good Girl, bad Boy

Der Wahlkampf hat bereits begonnen. Angela Merkel verschiebt ihn jedoch
geschickt, indem sie sich und der CDU unnötige Blößen erspart. Nun möchte
sie schon vor der Bundestagswahl schnell noch über die „Homo-Ehe“ abstimmen.
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SPD, FDP und Grüne hatten vorher festgelegt, dass sie keinen
Koalitionsvertrag ohne die „Homo-Ehe“ unterschreiben wollen. Diese Forderung
wird also ohnehin umgesetzt.
Doch statt dem künftigen Koalitionspartner den Triumph ihrer Umsetzung zu
gönnen, nimmt Merkel die „Homo-Ehe“ schnell aus dem Wahlkampf heraus. In
einer Abstimmung ohne „Koalitionsdisziplin“ soll der Deutsche Bundestag nun
nach dem Willen der Kanzlerin noch in der laufenden Legislaturperiode über
die gleichgeschlechtliche Ehe abstimmen. Mit diesem geschickten Coup erspart
Merkel ihrer Partei Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern
der „Homo-Ehe“ ebenso wie das Image der „ewig gestrigen
Fortschrittsverhinderer“.
Während die <a
href=“https://fjhmr.wordpress.com/2017/06/26/hundertprozentiger-fehler-pfeifen-im-walde-auf-dem-spd-partei“>SPD

so ziemlich alles falsch</a> macht, was man im Wahlkampf falsch machen kann,
macht Merkel vieles richtig. Dabei setzt sie auf Taktik.
Unangenehme Entscheidungen lässt die Kanzlerin ihren Innnenminister Thomas
de Maiziere durchsetzen. Mitunter nimmt sie dafür sogar den Justizminister
Heiko Maas vom Umfaller-Koalitionspartner SPD in die Pflicht.
Nach dem Prinzip „Good Guy, bad Guy“ tut die Kanzlerin häufig so, als habe
sie mit den Einschränkungen von Bürgerrechten durch neue
Überwachungsgesetze, völkerrechtswidrigen Abschiebungen nach Afghanistan
oder Waffengeschäften mit mörderischen Kriegsparteien wie Saudi-Arabien
nichts zu tun. Ab und zu trötet sie mal etwas von der angeblichen
Notwendigkeit gewisser Maßnahmen, um ansonsten vielsagend zu schweigen.
Schweigen ist ohnehin die Stärke der Kanzlerin. Solange es eben geht,
schweigt Merkel. Damit legt sie sich nicht fest und bietet so auch wenig
Angriffsflächen.
Selbst zur Kritik an ihrem bislang klügsten Satz „Wir schaffen das“ schwieg
Merkel lange, bis die Widersacher schließlich ob der langweilig vielen
Wiederholungen ihrer Kritik verstummt waren und sie selbst wieder strahlend
dastand. „Die schweigende Mehrheit“ bekommt bei ihr eine ganz neue
Bedeutung, wenn Merkel und ihre CDU Wahlen gewinnt.

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Reden ist Silber, Schweigen fatal: Merkel einig mit Trump?

US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben am Samstag (28. Januar) erstmals miteinander telefoniert. Herausgekommen ist hinterher eine gemeinsame Erklärung zur Bedeutung der NATO und der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit. Diese Verlautbarung indes hebt nur Gemeinsamkeiten hervor und enthält keinen Hinweis auf irgendwelche Kritik der Kanzlerin an Trumps menschenrechtswidriger Politik. Weiterlesen

Sprachlos zum Wahlsieg von Trump? Unsere Demokratie lebt von Euren Ideen und Taten!

Nun ist das Heulen und Zähneklappern groß. Die Meinungen sind indes geteilt: Wird Donald Trump sich als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) eher mäßigen oder ist er ein unberechenbarer Irrer?
Ebenso streiten sich die Geister darüber, was „wir“ falsch gemacht haben und künftig anders machen müssen: Haben wir auf ganzer Linie versagt? Müssen wir künftig alles anders machen und mit den Anhängern von AfD und Pegida reden? Weiterlesen

Nachdenken nach Pöbeleien in Dresden: Weniger Aufmerksamkeit für Schreihälse!

Die lautesten Schreihälse ernten die meiste Aufmerksamkeit. Das ist das Erfolgsrezept von Donald Trump ebenso wie das der sogenannten „Alternative für Deutschland“ (AfD) und ihrer außerparlamentarischen Gesinnungsgenossen von „Pegida“. Bei den Feiern zum „Tag der deutschen Einheit“ am Montag (3. Oktober) in Dresden ging diese Strategie dank pöbelnder Beschimpfungen der angereisten Politiker durch eine rassistische Meute einmal mehr ziemlich erfolgreich auf.
Seriöse Nachrichtenredaktionen sollten sich allerdings überlegen, wie sie ihre Aufmerksamkeit gerechter verteilen. Zwar kann man die Lautsprecher von AfD und Pegida nicht einfach ignorieren, doch sollte man ihnen die nachdenklicheren Vertreter der leisen Töne in angemessener Weise gegenüberstellen. Weiterlesen

Niedergeschlagen: Erst Putschisten, dann unabhängige Justiz und Demokratie beseitigt

Rezep Tayb Erdogan und seine Anhänger haben am Samstag (16. Juli) den Militärputsch in Istanbul und Ankara niedergeschlagen. Jetzt räumt Erdogan mit seinen Kritikern auf: 2.745 Richter hat er bereits am Tag nach der Niederwerfung der Putschisten entlassen.
Zwei Verfassungsrichter, mehrere Mitglieder des Kassationsgerichts und des „Hohen Rats der Richter“ wurden inhaftiert. In rasender Eile zieht Erdogan die Gleichschaltung der Türkei durch. Viele Demokraten sind deswegen sehr niedergeschlagen. Weiterlesen

Schon wieder so ein böser Morgen: Gute Nacht!

Wenn das so weitergeht, dann Gute Nacht: Jeden Morgen wacht man mit einer neuen Horrormeldung auf und denkt, schlimmer könne es kaum kommen; doch dann kommt es am nächsten Morgen wirklich noch schlimmer. In der Nacht zum Freitag (15. Juli) raste ein Lastwagen in Nizzza gezielt in eine Menschenmenge; und in der Nacht zum Samstag (16. Juli) putschten Militärs in der Türkei. Weiterlesen

Die Quittung für gierige Geschäftemacherei und Egoismus: Mehr als 13 Prozent AfD in Hessen

Mehr als 13 Prozent hat die Alternative für Deutschland (AfD) bei den Kommunalwahlen in Hessen am Sonntag (6. März) erhalten. Nun ist der Katzenjammer groß bei den Politikern, die mit bedröppelter Mine dreinschauen und doch schon mit dem Finger auf andere zeigen. Die Bundesregierung sei schuld und ihre Flüchtlingspolitik, sagen einige rechthaberisch.
Bis zur eigenen Nasenspitze können – oder wollen – die meisten nicht blicken. Wohlfeil war es bisher, die Rechten immer nur in Sachsen auszumachen und im eigenen Umfeld weitgehend auszuschließen; nun aber sind sie in Bad Karlshafen, Büdingen, Leun, Frankfurt und auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Weiterlesen

Gut leben: Dieses Land verroht, wenn weinenden Flüchtlingskindern die Abschiebung droht

„Gut leben in Deutschland“ nennt die Bundesregierung eine ihrer Pr-Kampagnen. Im Rahmen einer gleichnamigen Tour hat Dr. Angela Merkel am Mittwoch (15. Juli) im Schulzentrum Paul Friedrich Scheel in Rostock mit 29 Schülerinnen und Schülern diskutiert. Dabei zeigte die Kanzlerin Härte gegenüber einem weinenden Mädchen aus Palästina, das ihr sehr eindrucksvoll ihre Angst vor Abschiebung geschildert hatte. Weiterlesen

Vielleichte Sprache: Im Wahlkampf ist alles nur Schall und Rauch

Sprache kann verhüllen und vernebeln oder klarstellen. Pointiert kann sie Sacherhalte zuspitzen oder sie hinter weitschweifigen Formulierungen verstecken. Sprache kann ablenken oder zum Kern einer Sache hinführen.

Vor allem im Wahlkampf herrscht die „Vielleichte Sprache“ vor. Eine Meisterin in dieser Kunst des vagen Drumherumredens ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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