Posaune, Politik und Poesie: Der Freesenhof trauert um Knut Kiesewetter

Mit „Fahr mit mir den Fluss hinunter!“ veröffentlichte er 1972 ein originelles Lied gegen Rassismus. Vor allem in den späten 70er Jahren hat Knut Kiesewetter meinen musikalischen Geschmack maßgeblich mit beeinflusst. Der Liedermacher, Schlagersänger, Musiker, Komponist und Schriftsteller war im Jazz ebenso zuhause wie beim Blues, Chanson, Rock und Klassik.
Das musikalische Multitalent ist am Mittwoch (28. Dezember) im Alter von 75 Jahren im norddeutschen Garding gestorben. Dort lebte er auf seinem 300 Jahre alten „Freesenhof“, den er in seinen plattdütschen Liedern auch sehr malerisch besang. Weiterlesen

Bei Onkel Pö: Happy Birthday, Rentnerband!

„Der Greis ist heiß.“ Despektierlich bewundernd besingt das heutige Geburtstagskind auf einer Jubiläums-CD seinen zehn Jahre älteren Mentor. Der meinte dazu nur: „Der Udo darf das!“
Bereits am 12. Mai 2016 wurde Klaus Doldinger 80 Jahre alt. Fünf Tage später wird Udo Lindenberg nun 70. Weiterlesen

Mikis Theodorakis: 90 Jahre konsequenter Widerstand gegen Unmenschlichkeit

Sein Name ist mir zum ersten Mal im Schulunterricht begegnet. Seine Musik gehörte bei fast jedem Besuch einer griechischen Gaststäte wie selbstverständlich mit dazu. Der bedeutendste Komponist Griechenlands hat die Höhen und Tiefen des Lebens durchgemacht wie kaum ein anderer.
Nazis haben ihn bereits im Alter von 18 Jahren während der Besatzung Griechenlands gefoltert. Nach dem Militärputsch 1967 war Widerstand Pflicht für ihn. Doch seine Musik kennt in Griechenland jeder; und sie ist im besten Sinne Volksmusik geworden.
Mikis Theodorakis wird heute 90 Jahre alt. Seit 40 Jahren hat mich seine Musik begleitet und seine aufrechte demokratische Gesinnung mir als Vorbild gedient. Weiterlesen

Nicht mit 66, sondern mit 80 Jahren: Mercy, cher Udo Jürgens!

„Lieb Vaterland, magst ruhig sein!“ Auf dieses pazifistisch-sozialkritische Lied von Udo Jürgens gab es auch eine Persiflage: „Die Kanzlers laden Dich zum Essen ein. Kritik ist schick bei Moselwein“.
Doch Jürgens meinte ernst, was er da sang. Er war nicht nur ein primitiver Schlagersänger, sondern durchaus ein Chansonnier mit Niveau.
Bei einem Spaziergang ist der Pianist, Komponist und Sänger am Sonntag (21. Dezember) gestorben. Seit meiner Jugend haben mich seine Melodien begleitet. Mit ihm geht einer der großen Unterhaltungskünstler der Nachkriegszeit. Weiterlesen

Spiel mir das Lied vom Tod vor Lampedusa: Ennio Morricone wird 85

Die Polizei von Rom verwendet eine seiner Kompositionen für ihre Telefon-Warteschleife. Ein anderes Stück von ihm vertröstet Anrufende bei der römischen Stadtverwaltung. Seine Songs gingen um die Welt; doch sein Name ist weitaus weniger bekannt als seine Musik.

Am 10. November 1928 wurde Ennio Morricone in Rom geboren. 2007 erhielt der Filmkomponist für sein Lebenswerk den Oscar.

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Konzerte gegen Krieg und Faschismus: Zum Tod von Fritz Rau

Im Jazz sah er einen Ausdruck der Befreiung vom Faschismus. Gleich nach Kriegsende hat er deswegen noch als Jugendlicher begonnen, Konzerte mit dieser – von den Nazis zuvor verpönten – Musik zu organisieren. Am Sonntag (18. August) ist Fritz Rau in Kronberg im Alter von 83 Jahren verstorben.

Dreimal bin ich diesen eindrucksvollen Menschen persönlich begegnet. Am nachhaltigsten ist mir sein Zornesausbruch bei einem Konzert 1983 in der Offenbacher Stadthalle in Erinnerung.

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Haarige Auseinandersetzung mit der Heckenschere: Mick Jagger wird 70

Mick Jagger wurde am 26. Juli 1943 geboren. Kaum ein anderer Musiker hat die Jugend im 20. Jahrhundert so polarisiert wie der Sänger und Frontman der „Rolling Stones“.

„Beatles oder Stones?“ Diese Frage löste in der zweiten Hälfte der 60er Jahre unter Jugendlichen wahre Glaubenskriege aus. Fans der „Rolling Stones“ verspotteten die Anhänger der „Beatles“ als brave und biedere Bürschlein, während die „rollenden Steine“ manchem Beatles-Fan einfach zu aggressiv auftraten.

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