Interview mit einem Taubblinden: Jeden Buchstaben einzeln in die Hand lormen

Jede kurze Frage dauert Minuten. Susen Köhler muss meinem Gesprächspartner jedes Wort in die Hand buchstabieren. Wenn er einen Buchstaben verstanden hat, wiederholt er ihn mit fragender Stimme.

Trotz der erschwerten Bedingungen war mein Interview mit Karl-Erich Kreuter eine außergewöhnlich schöne Erfahrung. Vielleicht ist die Kommunikation mit taubbblinden Menschen auch deswegen so befriedigend, weil man sich viel mehr Zeit dafür nehmen muss und jede verstandene Frage ein richtiges Erfolgserlebnis ist.

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Schneewittchen ist noch weit weg hinter den sieben Bergen: Eindrücke von der Tagung „Inklusion und Medien“

„Ich sehe mich eher als Schneewittchen“, erklärte die Schauspielerin Chris-Tine Urspruch. In der Fernsehserie „Tatort“ spielt sie allerdings die Assistentineines Pathologen. In Anspielung auf ihre Körpergröße ruft ihr Kollege sie dort nur „Alberich“.

Die Darstellung von Menschen mit Behinderungen in den Medien war Thema der Tagung „Inklusion und Medien“. Gemeinsam mit dem Berliner Verein „Sozialhelden“ und im Auftrag des Bundesbeauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen hat die Grimme-Akademie sie am Donnerstag (26. September) in Berlin durchgeführt.

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Absolut absolutistisch: Wahlen mit knappem Ausgang

Noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt; aber der Trend verfestigt sich schon: Mit mehr als 42 Prozent der Wählerstimmen hat Angela Merkel bei er Bundestagswahl ein grandioses Ergebnis eingefahren. Wahrscheinlich wird es sogar zur Absoluten Mehrheit reichen.

Sowohl in Berlin als auch in Wiesbaden fliegt die FDP aus dem Parlament. Meines Erachtens hat sie das auch verdient.

In Hessen würde es wohl rechnerisch zu einer Mehrheit von SPD, Grünen und Linken reichen. Alternativen dazu wären eine Große Koalition oder Schwarz-Grün.

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Und das ist Chile: Am 11.9.1973 putschte Pinochet

„Und das ist Chile in einem Wort: Ein Mann filmt seinen Mörder beim Mord!“ In einem Lied beschrieb Wolf Biermann einen Film aus dem südamerikanischen Land.

Am 11. September 1973 hatten Militärs unter Führung von General Augusto Pinochet dort gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende geputscht. 17 Jahre lang blieb das mörderische Militärregime an der Macht. Mehr als 3.000 Menschen mussten für ihre Überzeugung sterben; von Tausenden fehlt immer noch jede Spur.

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